Andere Zahlen – andere Strategietypen? Adaptive Strategiewahl beim Lösen von Aufgaben zur Proportionalität in der Sekundarstufe I

Constanze Schadl, Stefan Ufer & Anke Lindmeier

DOI: https://doi.org/10.48648/n58p-t811

Abstract:

Proportionales Schließen ist ein relevantes, aber für einige Lernende herausfor-derndes Thema. Proportionale Zusammenhänge brauchen daher im Mathematik-unterricht Aufmerksamkeit, wobei Mathematiklehrkräfte abschätzen müssen, welche Aufgaben sich besonders eignen, um proportionale Zusammenhänge ein-zuführen. Im Lehrplan ist die Behandlung von proportionalen Zusammenhängen bereits in der Primarstufe und den Anfangsjahren der Sekundarstufe vorgesehen. Die Lernenden sollen dabei lernen, proportionale Zusammenhänge als solche zu identifizieren und damit verbundene Probleme mit geeigneten Strategietypen mög-lichst geschickt zu lösen. Der Beitrag geht auf einer Datengrundlage von 821 Ler-nenden der Klassenstufen 5 und 6 der Frage nach, inwiefern das Zahlenmaterial und der Aufgabenkontext beeinflussen, ob die Situationsstruktur identifiziert wird und welche Strategie gewählt wird. Bezüglich des Zahlenmaterials zeigt sich klar: Verhältnisse aus dem natürlichen Zahlbereich sind für die meisten Lernenden einfacher zu lösen als rationale. Ein vertrauter Einkaufskontext begünstigt multi-plikative Strategietypen. Für die Unterrichtspraxis bedeutet das, dass sich der Einkaufskontext besonders anbietet, unterschiedliche Strategietypen und deren adaptive Auswahl explizit zu diskutieren. Zudem kann ein Voranschreiten über zunehmend komplexes Zahlenmaterial helfen, das Strategierepertoire der Lernen-den zu erweitern und eine adaptive Strategiewahl gezielt zu fördern.

ZMFP, Vol. 7 (2026):

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Veröffentlicht: 2026-02-27


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