Mathematikdidaktische Forschung untersucht das mathematische Denken und das Lernen und das Lehren von Mathematik – nicht nur in der Schule. Sie entwickelt dabei Theorien und Konzepte für eine gelingende Praxis des Mathematikunterrichts.
Lehrerinnen und Lehrer nutzen in ihrem Unterricht vielfältige Erfahrungen und Konzepte aus der Praxis. Sie berücksichtigen wissenschaftliche Theorien, Konzepte und Erkenntnisse und stellen Fragen an die Wissenschaft.
Hier setzt die Zeitschrift für Mathematikdidaktik in Forschung und Praxis (ZMFP) an und möchte diese Kommunikation zwischen Forschung und Praxis unterstützen und bereichern. Sie publiziert regelmäßig und frei zugänglich aktuelle mathematikdidaktische Forschung in direktem Bezug zu konkreten Fragen der Gestaltung von Mathematikunterricht.
Mathematikangst ist ein seit Jahrzehnten bekanntes Phänomen, das Lernenden das Lernen und Leisten zusätzlich zu inhaltlichen Anforderungen erschwert. Während die ursächliche und langfristige Behandlung von Angst nicht zur Aufgabe von Lehrkräften gehört, können sie in akuten Unterrichtssituationen durch gezielte, situative Anpassungen zur Stabilisierung der Lern- und Leistungsfähigkeit beitragen.
Der Artikel gibt zunächst einen Überblick über zentrale Merkmale, Entstehungsbedingungen und Folgen von Mathematikangst und ordnet diese in ein ZweiSchleifenModell ein. Dabei wird zwischen Angst in Anforderungssituationen und nach Fehlern unterschieden, wobei in beiden Fällen eine Grundstruktur aus Situationsbewertung, emotionaler Reaktion und Regulation zugrunde liegt.
Auf dieser Basis werden wahrnehmbare Hinweise systematisiert, anhand derer Lehrkräfte situative Mathematikangst…
Die Einführung der negativen Zahlen kann Lernende zu Beginn der Sekundar-stufe vor gedankliche Herausforderungen stellen, da vertraute Zahlkonzepte und Rechenstrategien ihre Gültigkeit verlieren. Dieser Beitrag untersucht, wie der Auf-bau tragfähiger Vorstellungen zum Konzept der negativen Zahlen gezielt sprach-lich unterstützt werden kann. Hierzu werden fachdidaktische und sprachliche Überlegungen systematisch miteinander verknüpft. Im Fokus steht dabei die Frage, welche Sprachmittel an die aus fachdidaktischer Sicht erwünschten Vor-stellungen (z. B. negative Zahlen als Ausdruck von Zuständen oder Veränderun-gen) anschlussfähig sein können. Durch eine Lehrbuchanalyse und empirische Einblicke in den tatsächlichen Sprachgebrauch von Lernenden wird aufgezeigt, dass im Umgang mit negativen Zahlen ein komplexer themenspezifischer Sprach-schatz notwendig ist, Lernende jedoch häufig…
Proportionales Schließen ist ein relevantes, aber für einige Lernende herausfor-derndes Thema. Proportionale Zusammenhänge brauchen daher im Mathematik-unterricht Aufmerksamkeit, wobei Mathematiklehrkräfte abschätzen müssen, welche Aufgaben sich besonders eignen, um proportionale Zusammenhänge ein-zuführen. Im Lehrplan ist die Behandlung von proportionalen Zusammenhängen bereits in der Primarstufe und den Anfangsjahren der Sekundarstufe vorgesehen. Die Lernenden sollen dabei lernen, proportionale Zusammenhänge als solche zu identifizieren und damit verbundene Probleme mit geeigneten Strategietypen mög-lichst geschickt zu lösen. Der Beitrag geht auf einer Datengrundlage von 821 Ler-nenden der Klassenstufen 5 und 6 der Frage nach, inwiefern das Zahlenmaterial und der Aufgabenkontext beeinflussen, ob die Situationsstruktur identifiziert wird und welche Strategie gewählt wird.…
Im Archiv finden Sie alle Ausgaben der ZMFP übersichtlich nach Jahrgang sortiert. Hier können Sie einzelne Artikel gezielt über das Inhaltsverzeichnis der jeweiligen Ausgabe aufrufen. Jeder Artikel bietet eine kurze Vorschau und lässt sich wahlweise auf der Webseite anzeigen oder als PDF herunterladen.